Eine unglaubliche Europameisterschaft 2021 in Santa Susanna-Spanien

Es sind Corona Zeiten in Europa und die IFBB/EBFF reduzierte die Anzahl der Wettkampftage um einen Tag
Welch ein Fehler, denn was sich in Santa Susanna abspielte erinnerte stark an die früheren Zeiten, wo kein Virus die Szene beherrschte.

Was sagen Sie geneigter Leser zu einem Nennungsresultat von 1202 Nennungen. Nicht Aktive Teilnehme, nein Nennungen.
Nun die Anzahl der Bewerbe war fast unüberschaubar und wurden auch auf die nun reduzierten 3 Tage aufgeteilt.

Aber die Flut an Nennungen bedingte nun, dass man zum Beispiel am Sonntag (16.5.) bis knapp vor 24 Uhr Bewerbe ansetzten musste und manche Bikini- Damen so zirka 12 Stunden auf ihren Einsatz gewartet haben.

Nun das war ja weiter kein so großes Problem, wenn man Matten und Getränke zur Hand hatte. 
Wenigstens konnte man keinen Leistungsabfall auf der Bühne bemerken.

Die Damen dürften Kummer gewöhnt sein.

Der Bewerbe Ablauf erfolge in einem atemberaubenden Tempo, selbst bei den Siegerehrungen wurde auf die kürzest mögliche Strecke auf der Riesenbühne geachtet, um Zeit zu sparen.

Also den üblichen Donnerstag zu streichen war nun wirklich keine gute Idee, aber wer konnte diesen Tsunami an Nennungen in Corona Zeiten erahnen.

Die Großen und natürlich auch leistungsmäßig starken Bodybuilding Nation überboten sich an Teilnehmerzahlen.

Einige Zahlen der Nennungen:

Russland 150
Ukraine 77
Slowakei 57
Polen 48
Tschechische Republik 42
na und Österreich ….2.
 

Annika Donner musste sich mit 23 Juniorinnen und dann bei den Frauen mit 25 Konkurrentinnen messen.
Alleine in der Frauen Kategorie waren 5 Russinnen am Start.  

Nein Annika , dort hattest Du keine Chancen. Bei den Juniorinnen verteilte es sich auf ganz Europa mit Schwerpunkt auf Slowakei, Polen, Ukraine und natürlich Russland, aber dagegen war Annika Donner auch machtlos.

Noch viel schlimmer erging es Michael Laschitz in der Games Classic Kategorie, die mit den Athleten aus der kleineren Klasse und den zwei besten Junioren der Games Classic aufgestockt wurden.

Plötzlich war ein Feld am Start, wie man es bei keiner Welt- und Europameisterschaft bisher erlebt hatte.
Mehr wie 7-8 Teilnehmer fanden sich bisher in den Games Classic Bodybuilding Kategorien nicht ein.
 
Nun kamen 15 Athleten auf die Bühne in einer Qualität die selbst Head Judge Pawel Filleborn in Erstaunen versetzte

Dort hatte Laschitz wirklich keine Chancen.
Er hat gelernt, was man so in dieser Kategorie zu leisten hat.

Nun es gab beim Wettkampf keinerlei Pannen. Es lief problemlos und mit sagenhafter Routine alles wie am Schnürchen.
Ihr Kolumnist erlebte allerdings eine seltene Leistung in einer Posing Runde der Männer Bodybuilding Klasse bis 95kg.

Es erklang eine schöne Frauenstimme mit einem sehr bekannten Welthit, was schon eine Seltenheit darstellte, aber sofort die Aufmerksamkeit ihres Kolumnisten erregte. Nun geschah etwas, was man in dieser Sportart nur einmal in 10 Jahren erlebt.
Ein 87kg schweres „Muskelbröckerl(wienersch) poste sein Programm exakt im Takt, exakt im Rhythmus der Musik, aber er konnte auch den Stil der Musik in seinen Bewegungen wiedergeben und das obwohl er viele Pflichtposen im Programm hatte. Nun war das schon eine Sensation, aber dann kam die Siegerehrung und damit erfuhr man woher kommt dieser Künstler auf dem 3.Platz des Bewerbes.

Es warf mich vom Sessel, denn er kam aus AZERBAIJAN. Mein großes Kompliment Nizami MISIROV, es war schön das zu erleben. Kuriositäten allerding gab es schon einige. Was >>Beginners Kategorien<< bei einer Europameisterschaft zu suchen haben und auch noch den Titel und die Hymne verliehen bekommen, grenzt wirklich an ein Kuriosum.

Ihr Kolumnist, in vielen Sportarten zu Hause, kennt wirklich keine Sportart in der Neulinge einen Europameistertitel erhalten. Europa und Weltmeisterschaften sind nun einmal der Leistungsspitze vorbehalten, überall auf der Welt. 

Das sollte schnellstens wieder vergessen werden. Es gibt ja in vielen Ländern die Neulingsmeisterschaften, oder den Talente Cup, aber nur auf nationaler Ebene und natürlich mit dem Neulings Titel. Eines muss sich allerdings in Santa Susanna dringend ändern. Das Bezahlen der Gebühren und das Check-In in die Hotels am Donnerstag muss schneller von statten gehen. 5 Stunden und 15 Minuten warten um bezahlen zu können ist einfach zu viel. 

Das war aber noch das kleinere Übel. Unsere 2 Aktiven mit ihren Betreuern musste von 11:00 bis 20:30 Uhr auf die Abwaage warten in einer fast 80m langen Wartschlange ab zirka 16:30 Uhr und konnten erst nach der Abwaage das Hotel Caprici Playa beziehen. 


Das ist unmenschlich und gehört sofort geändert.
Übrigens das Hotel gehörte auch zu den High Lights dieser Meisterschaft.

Mario Volpe